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Farbenfrohe Kangas auf einem Markt in Sansibar, Tansania

Kangas – Tansanische Kleider, die Bände sprechen

Kleidung sagt einiges aus über einen Menschen. Sozialer Stand, Herkunft, Religion, Beruf – vieles lässt sich an dem, was man anhat, ablesen…

In Tansania sagen die Kleider der Frauen, die traditionellen Kangas, aber noch viel mehr aus – aufgedruckte Sprüche geben Charakterzüge, Lebenseinstellung, Wünsche oder sogar politische und religiöse Überzeugungen der Trägerin preis.

Grundprinzip einer Kanga

Auf den ersten Blick fallen Kangas durch die bunten Farben und die auffälligen Muster auf.

Jedes Tuch scheint anders zu sein, aber es gibt drei Prinzipien, die eine Kanga zur Kanga machen:

  1. Es gibt einen auf allen vier Seiten umlaufenden Rahmen (Swahili: pindo)
  2. Es gibt ein großes zentrales Design. (Swahili: mji)
  3. Es ist ein individueller Spruch aufgedruckt. (Swahili: jina)

Liebeserklärungen können über eine Kanga ausgesprochen werden, aber auch Ratschläge für Freundinnen, Wünsche für die eigene Zukunft sowie allgemeine Lebensweisheiten. Sogar Mahnungen und Gehässigkeiten werden manchmal auf einem Kleid zur Schau getragen.

Verwendung der Kangas

Jede Kanga ist 1 x 1,50 m groß und wird als Paar verkauft.

Frau mit Kanga auf Sansibar, TansaniaDie beiden einzelnen Tücher werden oft zu einem Outfit kombiniert, z. B. Rock und Schulterüberwurf oder Rock und Kopftuch. Doch die Tragemöglichkeiten sind endlos. Man kann sie auch als Portemonnaie, Tischdecke oder zum Tragen der Einkäufe und Kinder verwenden.

Kunstvoll um den Körper geschwungen entstehen elegante Kleider für Festtage, einfach um die Hüfte gebunden eignen sie sich als Arbeitskleidung. Auch als Strandtuch oder verarbeitet zu Taschen machen sich die farbenfrohen Baumwolltücher hervorragend.

Herkunft und Hintergründe der Kangas

Die ersten Kangas waren mit weißen Tupfen auf dunklem Grund versehen. Kanga ist der Swahili-Name für das weiß getupfte tansanische Perlhuhn. Die ersten Trägerinnen der Tücher wirkten wohl wie die geselligen, geschäftig umherlaufenden, getupften Hühner…

Entstanden ist die Kangakultur aus den quadratischen Taschentüchern, die die portugiesischen Händler der ostafrikanischen Gesellschaft schon im 16. Jahrhundert verkauften. Ende des 19. Jahrhunderts nähten die gewieften Frauen in Sansibar die kleinen Tücher zu einem Rechteck zusammen und experimentierten immer wieder mit verschiedenen Drapierungen. Wer es sich leisten konnte, Stoffe aus dem fernen Ausland zu tragen, gewann an sozialem Ansehen.

So wurde die Kanga schnell zum Statussymbol. Die Sprüche kamen Anfang des 20. Jahrhundert dazu und sind heute aus der tansanischen Kultur nicht mehr wegzudenken.

Beispiele für Sprüche auf tansanischen Kangas

  • „Naogopa simba na meno yake siogopi mtu kwa maneno yake“
    Ich habe Angst vor den Zähnen eines Löwen, aber nicht vor den Worten eines Mannes.
  • „Karibuni waunguwana nina harusi ya mwana“
    Herzlich willkommen an alle, die hier zur Hochzeit meines Kindes zusammengekommen sind.
  • „Nitazidi kumpenda mpate kusema sana“
    Tratscht ihr nur. Je mehr ihr euch die Mäuler zerreisst, umso mehr werde ich ihn lieben.
  • „Sisi sote abiria dereva ni Mungu“
    Wir sind alle Passagiere, Gott ist der Fahrer.
  • „Kuleya mimba si kazi. Kazi ni kuleya mwana.“
    Schwanger zu werden ist keine Arbeit. Arbeit ist es, das Kind großzuziehen.
  • „Mbolea mzuri ni kivuli cha mwenyewe.“
    Der beste Dünger ist der Schatten des Besitzers.

Für einen erholsamen Urlaub an den traumhaften Sandstränden von Mafia Island, sind Kangas die perfekten Begleiter.

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