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Geschichte von Tansania

Der Staat Tansania (früher Tanganyika) besteht erst seit Ende des 19. Jahrhunderts in den heute bekannten Grenzen.

Am 9. Dezember 1961 erreichte Tansania nach fast 80 Jahren kolonialer Besetzung durch Deutschland (1890-1918) und England (1920-1961) die lang ersehnte Unabhängigkeit. Der erste Staatspräsident, Julius Kambarage Nyerere, gilt auch heute noch als „Vater der Nation“.

„Wiege der Menschheit“

Nach Auffassung der Paläoanthropologen liegt die Wiege der Menschheit im ostafrikanischen Rift Valley. Während Knochenfunde des modernen Menschen (lat. Homo sapiens) in Europa um die 1,5 Millionen Jahren alt sind, reichen die Funde in Ostafrika auf fast 6 Millionen Jahre zurück. Ende der 50er Jahre entdeckte das britische Forscherehepaar Leakey zwischen dem Ngorongoro-Hochland und den Savannen der Serengeti, in der 100 m tiefen Olduvai-Schlucht, einen sensationellen Fund: die Knochen eines 2 Millionen Jahre alten Menschen.

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Völkerwanderungen und Seehandel (1000 v. Chr. – 1500 n. Chr.)

Um 1000 v. Chr. lassen sich im Gebiet um den Viktoriasee verschiedene Bantu-Volksgruppen, ursprünglich aus Westafrika, nieder. Ab 1500 n. Chr. dringen nilotische Völker aus Nordafrika nach Tanganyika vor. Es sind Nomaden, die heute als Massai und Barabaig bekannt sind. Über die Jahrhunderte vermischen sich die verschiedenen Kulturen, wodurch weitere, gemischte Stämme entstehen. Durch den Ideenaustausch werden auch Techniken und Kenntnisse in Ackerbau und Viehhaltung weiterentwickelt.

Ab dem 8. Jahrhundert beginnen arabische Kaufleute regen Handel mit den Küstenregionen und den vorgelagerten Inseln zu betreiben.

Die Händler verbreiten den Islam und vermischen sich mit den ansässigen Bantu-Völkern – beide Gruppen werden die Vorfahren der noch heute an der Küste Ostafrikas lebenden islamisch geprägten Ethnien: Swahili und Shirazi.

Portugiesen, Araber und Traditionelle Herrscherreiche (1500-1890)

Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama (*1469 – †24.12.1524) segelt als erster um das Horn von Afrika nach Indien. Von nun an suchen die Portugiesen nach Stützpunkten auf dem Seeweg nach Indien und finden auf Sansibar ideale Bedingungen sowie eine seit Jahrhunderten etablierte Infrastruktur. In den folgenden Jahrzehnten erobern die Portugiesen nach und nach das ostafrikanische Festland und die Inseln Sansibar und Pemba.

Ab dem 17. Jahrhundert erobern die Araber das Land sukzessive von den Portugiesen zurück. Der Sultan von Oman schlägt die Portugiesen mit seiner überlegenen Flotte in die Flucht. Durch die ständig wachsende Beziehung zwischen Ostafrika und Oman, verlegt Seyyid Said bin Sultan im Jahr 1840 seinen Regierungssitz auf die Insel Sansibar. Mit der Umsiedlung kommen zahlreiche wohlhabende Familien und der Einfluss der Araber steigt. Der Sklavenhandel floriert.

Da die kleinen ostafrikanischen Königreiche meist untereinander zerstrittenen sind, können die Araber auch am Festland nahezu ungehindert vordringen. Einzig die kriegsfreudigen Massai im Norden leisten ungebrochenen Widerstand. Arabische Händler können sich ungehindert an Elfenbein, Nashornhörnern, Gold und Edelsteinen bedienen. Die Bevölkerung wird rücksichtslos versklavt, auf Sansibar verkauft und zur Arbeit in den zahlreichen Nelkenplantagen der Insel eingesetzt.

Deutsch-Ostafrika in der Geschichte von Tansania (1890-1918)

Durch den Abschluss von Freundschafts- und Schutzverträgen mit lokalen Herrschern gewinnt Deutschland in Ostafrika gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend an Einfluss. Der Sultan gibt die Schutzherrschaft der Küste schon bald an Bismarcks angereiste Truppen ab. Ab 1890 stellen Tanganyika, Ruanda und Burundi die profitabelste Kolonie Deutschlands dar. Der Kilimanjaro wird „Deutschlands höchster Berg“ und der Gipfel zur „Kaiser-Wilhelm-Spitze“.

Die deutsche Kolonialverwaltung erhebt Steuern, regelt die Finanzen und den Anbau von Getreide. Zudem entwickelt sie die allgemeine Infrastruktur im Land und baut eine Eisenbahnlinie. Die europäische Herrschaft löst jedoch Widerstand bei den Afrikanern aus, so dass es über mehrerer Jahre immer wieder zu blutigen Aufständen gegen die Kolonialherren kommt. Mit dem Ausbau der Eisenbahn beginnt der wirtschaftliche Aufschwung. Dar es Salaam wird Hauptstadt und Sitz der Kolonialverwaltung. 1912 besiedeln ca. 25.000 Einwohner die Stadt – darunter 500 Deutsche. Besonders am Kilimanjaro und in den fruchtbaren nördlichen Regionen werden gigantische Plantagen angelegt, um die Heimat mit Früchten, Gemüse, Kaffee und Kautschuk zu versorgen.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) macht Deutsch-Ostafrika zum Kriegsschauplatz der Kolonialmächte Belgien, Deutschland und England. Britische und belgische Truppen teilen das ehemals deutsche Gebiet unter sich auf: Belgien erhält Ruanda und Burundi, das übrige Gebiet geht an Großbritannien.

Die Britische Mandatszeit und Tanganyikas Weg zur Selbstbestimmung (1921-1961)

Im Zeitraum von 1921 bis 1961 steht das Festland Tanganyika unter britischem Mandat. England räumt den einheimischen Stammesfürsten Kontrolle und Mitspracherecht über ihre Gebiete ein. Das Land entwickelt sich fortan eigenständig, aber unter britischer Verwaltung und Kontrolle. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Tanganyika Treuhandgebiet der neu gegründeten Vereinten Nationen (UN). England reguliert jedoch weiterhin Verwaltung, Infrastruktur und Bildungswesen.

Im Laufe der 50er Jahre wird der Ruf nach Unabhängigkeit lauter und lauter. England muss mehr und mehr demokratische Zugeständnisse machen bis Tanganjika am 9. Dezember 1961 seine Unabhängigkeit erklärt und der Sozialist Julius Kambarage Nyerere erster Staatspräsident wird.

Auch Sansibar und Pemba werden 1963 aus dem britischen Protektorat befreit. Zwischen Arabern und Afrikanern herrschen aber ständige Aufstände. Nyerere kann die Revolutionsregierung zu einem Bündnis mit dem Festland drängen – am 26. April 1964 wird die United Republic of Tanzania gegründet. Der Name des Landes entsteht aus Tanganyika + Zanzibar + Azania.

Tansania seit der Unabhängigkeit (ab 1961)

1978 marschiert die ugandische Armee unter Idi Amin ohne Vorwarnung in Tansania ein, um Gebietsansprüche geltend zu machen. Aus der entscheidenden Schlacht am Kagera-Fluss geht Tansania siegreich hervor und trägt im Anschluss zu Idi Amins politischem Sturz bei. Das Ende des Uganda-Krieges bringt den Frieden zurück ins Land, treibt Tansania aber in den finanziellen Ruin.

Mit dem Präsidentschaftswechsel 1985 ändert sich auch die politische Ausrichtung Tansanias. Marktwirtschaft und Demokratie lösen den Sozialismus ab und das Land erholt sich finanziell. Die Politik der folgenden 20 Jahre widmet sich dem Kampf gegen die Korruption, der Privatisierung staatlicher Betriebe und dem Ausbau des Tourismus.

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